Split

5 Tipps für eine unvergessliche Städtereise. (Und nicht eine zum Vergessen.)

«Nein, ich will nicht nach Rom, da hats mir zu viele alte Steine.» «Das Hotel ist doch viel zu weit von der Altstadt entfernt». «Ins Fussballstadion? Nicht mit mir!» «In DAS Lokal möchtest du rein?»

Hatten Sie auch schon den Eindruck, Ihre Städtereise sei mehr so ein Hürdenlauf? Mit folgenden Hindernissen:

  1. Wahl der Stadt,
  2. Buchen der Unterkunft,
  3. Zusammenstellung des Programms,
  4. Wahl der Restaurants.

Wenn Sie jetzt leise nicken, dann helfen Ihnen diese 5 Tipps bestimmt, damit Ihre nächste Städtereise ein Vergnügungsspaziergang wird.

1. Alte Steine oder neue Locations?

Eine Städtereise war ursprünglich eher so eine bildungsbürgerliche Pflichtübung. Man musste die Mona Lisa gesehen haben (auch wenn man sie im Louvre gar nicht sieht, weil man in der 5. Reihe steht und das Bild die Grösse einer Briefmarke hat. Bildlich gesprochen.) Und man musste in Rom gewesen sein. Weil schon Goethe dorthin gereist war. Wer das heute noch so sieht, ist mit Verlaub: von gestern. Man kann nämlich eine Städtereise unternehmen und dabei hauptsächlich shoppen. Oder Party machen. Oder Musicals besuchen. Oder schlemmen. Oder ein bisschen von allem. Und ja, auch ganz klassisch Museen, Schlösser und Ruinen besichtigen. Deshalb: Schauen Sie, was Sie und Ihre Begleitung interessiert und wählen Sie die Stadt aus, die zu Ihren Interessen passt. Und haben Sie Mut zur Lücke. Man muss eine Stadt ja nicht leerkaufen. Oder nicht jede Sehenswürdigkeit abklappern. Es hilft übrigens, wenn alle Reisenden in etwa dieselben Interessen haben. Wenn Sie wirklich keine Gemeinsamkeiten finden, suchen Sie sich andere Reisepartner oder bleiben Sie daheim.

2. Grosse Metropole oder kleines Bijou?

Ja klar, alle wollen nach Paris, London, Berlin oder New York. Für ein Wochenende, oder vielleicht ein verlängertes. Und merken dann, dass sie vor lauter Grossstadtangebot überfordert sind. Denn es gibt sicher vier angesagte Frühstückslokale, mindestens drei Shoppingmeilen, die Restauranttipps füllen zwei Seiten. Dabei hab ich noch nicht mal ein einziges Museum erwähnt. Und ja, das nächtliche Angebot ist natürlich uferlos. Aber hey: Es gibt eine Menge Städte, die überschaubarer und genauso sehenswert sind. Wirklich. Reisen Sie zum Beispiel nach Dijon, Salzburg, San Sebastián, Lissabon, Split oder Granada. Und in grosse Städte einfach mehrmals, jedes Mal mit einem anderen Fokus. (Ich zum Beispiel war schon mindestens 10 Mal in Wien.)

3. Familiäres BnB oder luxuriöser Palast?

«Wir sind doch sowieso nur in der Nacht dort und auch da nur die halbe, wir brauchen eigentlich nur ein Bett.» Das fand ich mit 18 auch und das war damals gut so. Wenn Sie aber voll im Arbeitsleben stehen oder Familie haben oder beides, dann würde ich das nicht mehr empfehlen. Mein Tipp: Stellen Sie Ihre eigenen Kriterien auf. Unsere sind in etwa so: entweder ein BnB, ein Hotel (4 Sterne, aber nicht 5, weil zu sophisticated) oder sonst etwas Spezielles. Keine grossen Ketten, eher was Kleines, Sympathisches, gut gelegen, sodass man das Stadtzentrum zu Fuss oder mit Bus/Tram/Strassenbahn gut erreichen kann. Und: Es hat mit Vorteil eine Sauna, ein Dampfbad oder einen kleinen Pool. Warum? Das steht im Tipp Nummer 4. Anhand dieser Kriterien suchen wir bei Bewertungsportalen, über Tipps von Freunden und sozialen Kontakten «unsere» Übernachtungsmöglichkeit aus und buchen sie. Je nach Sprachkenntnissen und Preisen direkt oder über Buchungsportale. Hier ein paar von uns für gut befundene Adressen: Il Teatro in Lissabon, 25hours in Wien, Palacio de los Patos Granada, The Arte Apartment in San Sebastián. Oder der Schönheitssalon in Split.

BnB Filomena & Spa in Split

Die Zimmer des BnB Filomena & Spa in Split sind gleich beim Pool, das Frühstück wird draussen serviert.

4. Sightseeing ohne Ende oder gemütliches Entdecken?

Sie sind nun schon stundenlang unterwegs, tragen alles Mögliche mit sich rum und wären eigentlich müde. Okee, einen Kaffee in einem netten Lokal haben Sie hinter sich, aber vor sich noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit (wenn man schon mal da ist). Und abends solls zum Essen und danach ins Nachtleben gehen. Die Füsse tun weh, eine Blase ist auch schon im Anmarsch. Ihre Laune sinkt sichtbar, Sie werden im besten Fall einsilbig, im schlechtesten Fall ausfällig. Deshalb: Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, uns für jeden Tag nur ein einziges Highlight vorzunehmen, Zeit zum Entspannen einzuplanen und drum herum gepflegte Pausen einzulegen. Und das geht so: entweder Frühstück im Hotel oder in einem der angesagten Frühstückslokale, Kaffee in einer Bar (in Italien zum Beispiel) oder im Kaffeehaus. Dann eines davon: Besichtigung von etwas Kulturellem/Shopping/Marktbummel/Sightseeing. Wenn immer machbar, buchen wir notwendige Eintrittstickets vorher online (und wenn möglich nicht für einen Sonntag). Zur Belohnung folgt anschliessend der Besuch von Lokalitäten mit entsprechendem Getränke- und Speiseangebot. Und dann kommt der Entspannungsteil. Zum Beispiel im hoteleigenen Spa-Bereich (siehe Punkt 3.) Oder in einem Hammam. Zum Beispiel in Wien, in Granada oder auch in Bern. Oder (Geheimtipp) im Liquidrom in Berlin. Danach ist man nämlich fit fürs Abendprogramm: Apéro, Abendessen, Konzert, Party, Kino und so weiter. Und noch was: Kaufen Sie Souvenirs immer dann, wenn Sie dran vorbeilaufen. Nicht später oder am letzten Tag. Sie finden das Geschäft nämlich nicht wieder. Nie mehr. Ich weiss das.

Hamam El Andaluz in Granada

Bevor man ins Hamam Al Andalus in Granada geht, erhält man in einem kleinen Innenhof eine Einweisung und Tee serviert.

5. Restaurants vorher buchen oder vor Ort auswählen?

Sie haben also einen ganzen Städtereisetag überstanden, Gratulation, und machen sich nun auf zum Abendessen. Jetzt gibts zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie haben schon über die einschlägigen Bewertungsportale/Freunde/Kolleginnen etwas gefunden und es sogar geschafft, einen Tisch zu reservieren: dann guten Appetit. Oder Sie gehören zu denjenigen, dies aufs Geratewohl versuchen. Wir kombinieren meist beides. Für den ersten Abend schauen wir, dass wir was reservieren können oder essen auch mal im hoteleigenen Restaurant, wenn es was hergibt. Oder wir fragen im Hotel oder bei den Gastgebern nach und bitten diese, auch gleich einen Tisch zu reservieren (Sprache und Einheimischenbonus können Wunder wirken). Weil: Es gibt fast nichts schlimmeres, als am ersten Abend hungrig durch Strassen zu laufen, die man noch überhaupt nicht kennt, um dann vor jedem Lokal zu diskutieren, ob man jetzt da reingehen soll oder nicht. Und dann landet man irgendwann irgendwo, einfach weil man schon fast verhungert ist. Für die anderen Tage halten wir auf unseren Entdeckungstouren und Einkaufsbummeln die Augen offen und wenn wir was Ansprechendes finden, machen wir ein Foto oder speichern den Namen. Und schon bald hat man eine Auswahl. Wir sind auch schon an Lokalen vorbeigekommen, die wir im Bewertungsportal vorgemerkt hatten, und konnten gleich vor Ort persönlich reservieren. Mit dieser Mischung geplant/spontan haben wir auf allen unseren Reisen viele gute Restaurants entdeckt und fein gegessen.

So: Und jetzt hoffen wir natürlich, dass diese Tipps zu einer gelungenen Städtereise beitragen. Viel Spass! Und ja: Falls Sie weitere Tipps haben: nur zu.

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