Thun–Bern: Prognose für eine Bootsfahrt auf der Aare

Ab 10 Uhr ist auf dem Bootszubringer bei Thun mit stark erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Die Wartezeiten werden schätzungsweise zwischen einer halben und einer ganzen Stunde betragen, ihren Höhepunkt werden sie um 14 Uhr erreichen. Es wird empfohlen, die Hauptverkehrszeit zu umschiffen.

Auch der Zubringer Uttigen wird extrem frequentiert sein. Aufgrund der unmittelbar davor liegenden Uttiger-Welle muss auch auf erhöhtes Aufkommen von wassergetränkten und damit etwas schwer manövrierfähigen Booten geachtet werden. Nach dem dortigen Einschiffen am besten eher links bleiben.

Auf der Höhe der absoluten Grill-Hotspots bei der Autobahnraststätte Münsingen empfiehlt es sich, nach bereits vorgeglühten Einweggrills Ausschau zu halten, so kann die Wartezeit für die Essensausgabe verkürzt werden. An dieser Stelle ist gegen 14 Uhr erstmals das Erreichen des ersten Eintrags ins Guinessbuch in Reichweite: wegen der Bierfahne der Vorbeirudernden. Der zweite Weltrekordversuch kann ebenfalls dort gestartet werden. Die Überquerung der Aare, schreitend von einem Boot übers andere bis zum gegenüberliegenden Ufer.

Um schmerzhafte Kollisionen mit weiter nördlich installierten Brückenpfeilern zu vermeiden, empfiehlt es sich, selbige den eher weniger erfahrenen Böötlern zu überlassen. Denn diese werden sich über die Aufmerksamkeit für ihre akrobatischen Einlagen freuen.

Nach dem Muribad werden Wällebrättler die einmalige Chance nutzen, zwischen den Booten Slalom zu fahren. Freuen Sie sich auf eine kurzwellige Unterhaltung mit einer kleinen kühlenden Dusche!

Achtung: Auf Höhe Eichholz wird die Sicht stark eingeschränkt sein. Grund: aufsteigende Rauchschwaden von diversen Grillstationen mit unterschiedlichen Duftvariationen. Für Veganer besteht erhöhte Allergiegefahrt. Für alle anderen heissts: Augen zu und durch.

Danach empfiehlt es sich, die rechte Fahrbahnspur zu wählen, da die linke von kreischenden Schwimmerinnen in Beschlag genommen wird. Unkoordiniertes Hin- und Herschwaddern derselben erschwert das Paddeln. Forsches Hupen wird empfohlen, damit Ruderschläge auf Hinterköpfe vermieden werden können.

Die ultimative Challenge erfolgt bei der Unterquerung des Schönausteges: Brückenspringer gegen Bootsflüchtlinge. Wer trifft, hat verloren, so oder so.

Verlassen Sie die Aare allerspätestens an der letzten Ausbootstelle beim Pontonierverein Bern kurz vor der Dalmazibrücke. Vorsicht: An der Ausfahrt kann es zu Stau bis auf Höhe des Männerbades im Marzili kommen. Es empfiehlt sich, einen Mindestabstand von 2 Handbreit zu wahren. Achtung: an der Ausbootstelle herrscht akuter Platzmangel!

Sind Sie nun gesund und ohne Sonnenbrand an Land gekommen, gratuliert Ihnen niemand. Denn es heisst: Luft ablassen, Boot zusammenfalten und die Landebahn schnellstmöglichst zu verlassen. Ansonsten drohen Schweissausbrüche und schlechte Laune.

Und nun: Schiff ahoi…

PS: Die Fotos stammen von einer Aarefahrt Bern–Eymatt. Man kann die Strecke nur bei gutem Wasserstand, also im Juni und Juli, befahren, danach wird das Wasser flach und man muss gut manövrieren können. Anspruchsvoll sind die Tiefenaubrücke und die Strecke bis Bremgarten, danach wird’s sehr idyllisch und ruhig bis zur Eymatt. Und hier noch ein wichtiger Link: Die Aarekarte für Böötler und Schwimmer der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft.

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